1. Mai in Ulm

Annette Weinreich und Birgit Schäfer-Oelmayer        Foto: Klaus Rederer

Text NUZ vom 02.05.2013
In der friedlichen Stimmung zeigten unterschiedliche Gruppen ihre Unterstützung für verschiedenste politische Fragen zwischen Abschaltung der Atomkraftwerke und Freiheit für den PKK-Führer Abdullah Öcalan, vor allem aber den Wunsch nach einem sozialen und demokratischen Europa. "Es gibt nichts Schöneres, als in Freiheit zu leben", sagte der Kosovo-Albaner Gjokaj Lumi auf dem Münsterplatz inmitten der Meinungsvielfalt.

           Rainer Juchheim und Jürgen Filius         Foto: Klaus Rederer

Zu einem multikulturellen Feiertag entwickelt sich der 1. Mai immer mehr: Weit mehr als die Hälfte der vielen Menschen, die sich gestern Mittag auf dem Münsterplatz versammelt hatten, waren Mitbürger mit Migrationshintergrund. Entsprechend bunt war das kulinarische Angebot, das für die meisten Besucher wohl im Mittelpunkt stand - von der Roten in der Semmel über ungarischen Langosch bis hin zu Adanakebap und Peynirli Gözleme.

Ekin Deligöz und Mechthild Destruelle       Foto: Klaus Rederer

Es gelte, in den Betrieben und in der Freizeit jenen entgegenzutreten, die das Miteinander von Kollegen und Kolleginnen verschiedener Herkunftsländer, Hautfarben, Religionen und Kulturen zerstören wollen, wandte sich Gönner gegen ein Wiedererstarken neonationalistischen Gedankenguts, das von Schweden bis Portugal "fast wieder salonfähig ist". Gegen solches Gedankengut gelte es aufzustehen - "und das nicht nur am 1. Mai, sondern jeden Tag".

                                                    Ivo Gönner                Foto: Klaus Rederer

Gegen "neofaschistische Rattenfänger" richtete sich die Rede von Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner. Der 1. Mai sei inzwischen ein Feiertag der Begegnung von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Herkunftsländer.

Mechthild Destruelle, Rainer Juchheim und Helmut Meisel     Foto: Klaus Rederer

Gegen die Kündigung von Tarifverträgen und damit gegen eine steigende Zahl prekärer Beschäftigungsformen, für sichere Renten, die ein menschenwürdiges Leben im Alter sichern, und für die Abschaffung der Rente mit 67 äußerte sich IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro forderte die SPD.

Foto: Klaus Rederer