Grüne Antwort auf Ude tourt durch den Kreis

SWP MICHAEL JANJANIN 18.05.2012  

Bundestag, Landtag, Kreistag: Bündnis 90/Die Grünen haben sich mit mehreren Abgeordneten vom Erfolg des weltweit tätigen Weißenhorner Unternehmen überzeugt - und von deren Biomasse-Energiekonzept. 

In der bayerisch schwäbischen Region haben die Grünen im Freistaat Margarete Bause zum ersten Mal offiziell auf den Schild gehoben: Zum Abschluss einer dreitägigen Klausursitzung im Landkreis Günzburg gab Bause ihre Kandidatur offiziell bekannt. Rückendeckung erhielt die Soziologin und Fraktionsvorsitzende im Landtag nicht nur von ihrer Fraktion, sondern auch von Mitgliedern aus der Region. Die Parteispitze verspricht sich von der 52-jährigen Abgeordneten aus München die besten Chancen für die Landtagswahl 2013.

"Sie ist sozusagen unsere Antwort auf Ude", sagte gestern die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz. Die Grünen werden voraussichtlich Bause als Spitzenkandidatin gegen Horst Seehofer (CSU) und Christian Ude (SPD) in die Landtagswahl schicken. Mit dem Kreisrat Franz Schmid und Deligöz war Bause gestern wieder in bayerisch Schwaben unterwegs: bei dem Weißenhorner Unternehmen Peri, das im Bauwesen weltweit führend ist auf den Feldern Schalung, Gerüst und Engineering. 976 Millionen Euro Umsatz hatte das Unternehmen im Jahr 2011, weltweit hat Peri 51 Tochtergesellschaften und über 110 Logistikstandorte und mehr als 6000 Mitarbeiter.

Allein am Stammsitz in Weißenhorn sind 1450 Mitarbeiter beschäftigt - mit weiter steigender Tendenz, erfahren die Politiker. Obwohl Peri-Produkte hauptsächlich im Ausland eingesetzt werden, werden 90 Prozent der Erzeugnisse am Weißenhorner Firmen-Standort gefertigt. Die Delegation von Bündnis 90/Die Grünen war zudem an einer weiteren Besonderheit des Unternehmens interessiert: am Energiekonzept, das als Kern eine große Biomasseanlage hat. Die Anlage erklärten Christian Schwörer, der mit dem Bruder Alexander Schwörer das familiengeführte Unternehmen leitet, und Jürgen Block. Die Grundlage zuerst: Bei Peri werden Abfälle aus der Trägerfertigung und aus dem Zuschnitt von Schalungsplatten als Biomasse genutzt, um damit das Wärmekraftwerk anzutreiben. Die Späne werden in den beiden 38 Meter hohen Silos gelagert, die eine Kapazität von 5000 Kubikmetern haben. An die 12 000 Tonnen aus der Holzproduktion werden im Jahr verfeuert - nachdem sie einen "MDB in den Brennkessel geleitet wurden", erklärte Block. Jeder Heizkessel hat eine Wärme-Leistung von 4,5 Megawatt je Stunde. MDB? In diesem Fall geht es nicht um ein Mitglied des Bundestages, "hier handelt es sich um einen Misch- und Dosierbehälter, der saubere und mit Leim verschmutzte Reste vermengt", scherzte Block. Die Energieausbeute betrug vergangenes Jahr 53 000 Megawattstunden Wärme, "was eine Einsparung von 8000 Tonnen CO2 bedeutet". Dazu wurden vergangenes Jahr 4000 Megawatt Strom produziert.

Mit dem in der Anlage erhitzten, speziellen Thermoöl werden zum Beispiel die Trockner der Pulverbeschichtungsanlagen erhitzt. Über Wärmetauscher wird die verbleibende Energie genutzt, um weitere Heizkreisläufe zu betreiben und Strom zu erzeugen. Dabei wird ein Silikonöl erhitzt und zum Antrieb einer Turbine genutzt. An einem an die Turbine gekoppelten Generator wird die mechanische Energie schließlich in elektrische umgewandelt. Aufgeheiztes Wasser dient zusätzlich als Wärmelieferant für einiger Wohnhäuser in der nahe gelegenen Egerländer Straße.